Fahren wir durch einen Tunnel, so sind wir überzeugt, am anderen Ende wieder hinaus zu kommen. Aber es gibt auch die Ängste, im Tunnel fest zu stecken, gefangen zu sein und den Tunnel nicht mehr verlassen zu können. Und zu Halloween greifen wir die Ängste auf, verbreiten Schrecken und Grauen und freuen uns darüber. Macht das Sinn?

Die Menschheit will Not und Elend hinter sich lassen und sucht das Glück im Paradies.

Sind wir auf dem Weg dahin, oder sind wir eher auf dem Weg ins Inferno? Heißt Leben im Paradies bequemes Leben, lustvoller Sex auf Knopfdruck, keine Anstrengungen mehr, nur mehr fordern und Konsum, Konsum, Konsum…. oder sogar Schadenfreude am Leid der Anderen, Rache und Vergeltung?

12 Jahre haben wir noch Zeit um die Welt zu retten, sagen uns viele Wissenschaftler. Ist das wirklich die Zeit einfach sorglos weiter zu fahren, ist das die Zeit uns weiter zu empören, weiter die Augen zu verschließen?

Niemand hat im Moment das Allheilmittel, die schnelle Lösung parat. Wir können alle hier und heute beginnen, indem wir uns jeden Tag fragen: welchen Beitrag kann ich hier und heute für eine bessere Welt leisten? Was brauche ich wirklich? Auf welchen Konsum kann ich verzichten, wie kann ich handeln, zu wem kann ich freundlich sein, wie bleibe ich wach und konsumiere nicht blind? Wenn wir unser Leben mehr beobachten und verantwortungsvoll handeln, dann fahren wir nicht kollektiv in Tunnel, die uns ins Inferno führen.

Mögen die Menschen nicht mit bösem, feindseligen Blick auf andere herabsehen, mögen sich Industriezweige nicht länger am Schaden und Leid der Menschen bereichern. Sorgen wir als Einzelne und kollektiv dafür, dass wir uns gegenseitig vor Schaden, Angst und Schrecken beschützen.
Eine gute neue Woche

Gertrud Müller