Immer wenn etwas Zuviel ist, wird es unangenehm, wenn wir zuviel essen, leiden wir an Völlegefühl und Übergewicht, wenn wir zuviel arbeiten und hetzen erscheinen Stresssymptome, wenn wir zu viel Alkohol trinken entstehen Orientierungsschwierigkeiten und Organschäden, wenn wir zu viel Geld ausgeben entwickeln wir Schulden und Armut. Wenn Personen zu viel Macht und Ansehen wollen werden sie gierig und überheblich. Unser Körper, unsere Beziehungen und unsere Umwelt leiden, wenn wir nicht mehr auf unsere Gefühle hören und aus dem Gleichgewicht geraten. Leider lernen wir als moderne Menschen zuviel Denken und wir verlernen zu fühlen. Ähnlich wie bei einer Heizung, bei der der Thermostat ausfällt sind wir nicht mehr in der Lage das Maß des Lebens zu spüren. Wir spüren nicht mehr oder viel zu spät, wenn es zu heiß wird auf der Welt, wenn die Pflanzen leiden und Wälder sterben, wir ertragen viel zu lange, dass die Städte stinken und vermissen die Tierarten nicht, die immer mehr verschwinden. Wir können wieder lernen zu fühlen, genau an dem Zuviel: wir können prüfen was ist heute zu viel, was kann ich weglassen, damit sich mein Leben wieder besser anfühlt.
Eine bescheidenere Version Mensch und eine „weniger ist mehr“ Philosophie würde uns in der zivilisierten Welt sicher gut tun. Könnten wir zudem unser zuviel teilen mit denen, die zu wenig haben, dann könnte es bald wieder besser passen auf der Welt.

Ich wünsche uns allen, dass wir immer wieder das Maß des Lebens finden, das sich gut anfühlt.

Einen schönen Sonntag und eine maßvolle und gefühlvolle Woche.

Gertrud Müller