Die Bäuerin und der Bauer ernten jedes Jahr was gesäht wurde: Pflanzen, die geeignet sind um im jeweiligen Gebiet zu wachsen, Pflanzen, die als Nutz- oder Zierpflanzen gebraucht werden. Nach der Aussaat werden die Pflanzen geschützt vor Schädlingen, vor Kälte, Hitze, vor dem Überwuchern von anderen Pflanzen und vor Tierfraß. Viel Mühe und Aufwand ist nötig das ganze Jahr über, damit geerntet werden kann. In der Landwirtschaft erkennen die Menschen: was wir sähen, beschützen und versorgen, das wird zu einer guten Ernte führen. Das erfordert viel Geduld, Engagement und Ausdauer. Der „moderne“ Mensch möchte sich diese Mühe nicht mehr machen. Wenn der moderne Mensch Hunger hat braucht er nicht mehr ein Jahr vorher überlegen was er sähen kann, was er ernten möchte, er geht einfach ins Geschäft und schaut was angeboten wird. Früher mussten Männer sich bemühen einer Frau zu gefallen um ihre Gunst und ihre Liebe zu erwerben, heute werden Frauen und Sex gekauft. Früher mussten Menschen arbeiten um Geld zu erwerben heute wird gekauft, verkauft, manipuliert, gefeilscht und betrogen um an Geld zu gelangen. Viele Menschen wollen ernten ohne zu sähen, sie wollen ohne Mühe gleich die Erfolge erzielen. Viele Menschen wollen sofort wieder gesundsein, obwohl sie ihren Körper schädigen, sie wollen schnell reich und erfolgreich werden und möglichst wenig dafür tun, sie wollen freundlich behandelt werden, obwohl sie sich selbst anderen gegenüber unfreundlich oder sogar unverschämt verhalten, trotz Betrug wollen sie selbst ehrlich behandelt werden. Wenn wir mit dieser Blindheit weitermachen, werden wir Umweltkatastrophen, Lieblosigkeit und neue Formen von Kriegen ernten. Und oh Wunder langsam erkennen wir Menschen, dass Gesellschaften nicht funktionieren, wenn wir uns über alle Naturgesetze hinwegsetzen und die Regeln des liebevollen Miteinanders missachten. Vielleicht können wir alle wieder von der ursprünglichen Landwirtschaft von den Ureinwohnern lernen: wir ernten, was wir sähen. Betrachten Sie ihr Leben und überlegen Sie, was habe ich gesäht, dass ich hier und heute das Leben führe, das ich führe. Und dann überlegen Sie weiter, was möchte ich in der Zukunft ernten, was möchte ich im nächsten Jahr erleben, was müsste ich heute sähen um das zu ernten. Mit diesen zwei Überlegungen lässt sich schon so manches scheinbare Unglück wenden. Wir sind nicht mehr Opfer einer übermächtige Gesellschaft, eines vorgefertigten Schicksals und einer bedrohlichen Welt, sondern werden zum Mitgestalter des Lebens. Wir können zuerst mit einfachen Aufgaben beginnen. Überlegen Sie sich ein kleines einfaches Ziel, was möchten Sie am Ende der Woche erreichen; was muss ich tun um dieses Ziel am Ende der Woche zu erreichen. Wenn wir wieder lernen: was wir sähen das ernten wir, dann erringen wir wieder persönliche Erfolge und müssen nicht nur tatenlos zusehen wie andere ernten.

Ich wünsche uns allen, dass wir wieder lernen, dass unser Handeln Früchte trägt. Eine schöne neue Woche

Gertrud Müller